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Rindercurry mit Süsskartoffeln, Bohnen, Tomaten und Berbere Gewürz

Der Sommer hat sich wohl endgültig verabschiedet. Für verregnete Tage gibt es nichts schöneres als ein von innen wärmendes Curry Gericht, das ist echtes Soulfood!

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Putenkeule in Weißweinsauce mit Rosenkohlblättern und Kartoffelknödel

Aus Pute kann man nicht nur Schnitzel oder Brust schneiden, die Putenkeule gibt einen sehr leckeren Braten. Die Putenkeule bekommt man meistens mit Knochen, man kann den Knochen auslösen und die Keule schön füllen. Oder am Stück auf Gemüse braten, das hab ich diesmal gemacht.

Putenkeule in Weißweinsauce

Als erstes bereitet man die Grundlage für die Weißweinsauce vor. Dafür Petersilienwurzel, Karotten und Stangensellerie sehr klein würfeln. In einer Kasserolle Puderzucker schmelzen und das Gemüse karamellisieren. Mit Weißwein aufgießen und auf die Hälfte bis ein Viertel einreduzieren lassen. Die Reduzierung sollte schon eine ganz leicht sirupartige Konsistenz haben.

Während die Saucengrundlage einkocht würfelt man wieder Petersilienwurzel, Karotten, Stangensellerie und Zwiebel, diesmal 1-2 cm groß. Dann würzt man die Putenkeule mit Salz, Pfeffer und Paprika und brät Keule und Gemüse zusammen an. Wenn das Gemüse Farbe genommen hat mit Gemüsebrühe ablöschen, die Weißweinsauce dazugeben und die Reine in den Ofen schieben.

Die Kartoffelknödel muss ich zugeben habe ich nicht selbst gemacht, ich war faul und habe eine Packung aus dem Kühlregal benutzt. Gerade hier gibts aber große Unterschiede, eine Mischung aus rohen und gekochten Kartoffeln und ohne Zusätze sollte es sein.

Als weitere Beilage gibts Rosenkohl. Den bekommt man im Moment frisch zu kaufen, das sollte man ausnutzen und Rosenkohlblätter zubereiten, nicht die ganzen Röschen. Die Blätter vom Strunk lösen und kurz in Salzwasser blanchieren, dann ein Butter oder ausgelassenem Speck in der Pfanne wenden. Rosenkohlblätter machen zwar einiges an Arbeit, aber die lohnt sich. Schmeckt um einiges frischer und knackiger als ganze Röschen, da sie nur ganz kurz in heißem Wasser blanchiert werden.

Zwischenzeitlich ist die Putenkeule wohl auch fertig und die Haut knusprig. Die Sauce dann durch ein Sieb streichen und fertig. Die Weißweinsauce mit dem karamellisierten Wurzelgemüse gibt einen tollen süß-würzigen Touch, das nehmen wir im Wein wieder auf. Der sollte schon etwas kräftiger sein, aber nicht zu herb. Die Qual der Wahl fällt diesmal auf einen Primitivo Doppio Passo aus Salento.

 

Primitivo Doppio Passo

Der rote Tropfen kommt aus Süditalien, genauer aus Apulien. Die Rebsorte Primitivo (oder Zinfandel) schmeckt häufig kräftig und würzig nach Zimt und schwarzem Pfeffer. Doppio Passo bedeutet dass der Rotwein nach der ersten Gärung ein zweites Mal auf die gepressten Trauben und Schalen gegeben wird. Das resultiert in mehr Süße, Aroma und kräftigerer Farbe.

In der Nase erkennt man herbe Grapefruitaromen, im Geschmack Pflaumen, dunkle Beeren und Trauben. Der Abgang ist mit leichten Holzaromen aber wenig Gerbsäure. Ein sehr kräftiger und trotzdem fruchtiger Roter, wenig Säure und viel Würze und Geschmacksdichte. Diesen Wein bekommt man im Supermarkt für um die 7 Euro, ein echtes Schnäppchen finde ich.

Steinpilzbruschetta mit weißem Portwein und Hähnchenkeule auf dem Scheiterhaufen

Steinpilzbruschetta

Noch gibts ein paar Schwammerl im Wald, damit kann man eine schön saftige Bruschetta zubereiten.

Steinpilzbruschetta

Im Gegensatz zur klassischen Bruschetta interpretieren wir die Vorspeise rustikal und nehmen Schwarzbrot, je würziger umso besser. Am Besten klassisches Bauernbrot oder dunkles Roggenbrot. Das wird in der Pfanne ohne Öl knusprig gebräunt oder auch kurz getoastet.

Die Steinpilze werden einfach nur in Butter angebraten und leicht mit Salz und Pfeffer gewürzt. Das wars schon, die Pilze auf dem gerösteten Brot anrichten und fertig.

Diese Vorspeise schmeckt trotz des kräftigen Brotes sehr leicht, das feine süßliche Aroma der Steinpilze verträgt keine starken Gegenspieler. Daher trinken wir dazu weißen Portwein.

Weißer Portwein schmeckt mild bis likörartig und wird in der Regel mindestens 3 Jahre gelagert bevor er getrunken wird. Der weiße Port ist zähflüssiger als der klassische Rote und verfügt über eine sehr aromatische Süße ohne zu kräftig zu sein. Den kann man guten Gewissens zu Steinpilzbruschetta trinken.

Leider gibts keine allzu große Auswahl an weißem Portwein im Einzelhandel, aber wer ihn einmal versucht hat wird immer wieder danach suchen. In der Regel liegt die Flasche zwischen 10 und 25 Euro.

Hähnchenkeule auf dem Scheiterhaufen

Haehnchenkeule

 

Die Hähnchenkeule wird mit einer Marinade aus würzigem Rapsöl, Paprika (süß, scharf und geräuchert), Chili, Salz, Pfeffer, Kurkuma, Kreuzkümmel und Honig eingestrichen, dann für ne dreiviertel Stunde ab in den Ofen.

Nun die Bratkartoffel zubereiten, dazu die Kartoffel schälen und in Scheiben schneiden. In Sonnenblumenöl zuerst bei geschlossenem Deckel durchgaren und dann mit Zwiebelringen scharf anbraten bis sie knusprig sind. Mit Salz und Pfeffer würzen, wer möchte auch etwas Rosmarin.

Das Hähnchen mit Bratkartoffel ist recht würzig, die Marinade auch ein wenig süß. Das Süße nehmen wir im Gemüse wieder mit auf und braten Karotten und Zucchini in Olivenöl an. Gewürzt wird mit Estragon und Honig, eine süße Beilage zum scharf-würzigen Hähnchen.

Zu diesem geschmacksintensiven Gericht sollte man einen kräftigen Rotwein trinken, der die scharfen würzigen und süßen Aromen ausbalancieren kann. Zum Beispiel den nach Zimt und Nelken duftenden Primitivo aus Apulien.

 

Primitivo

 

Primitivo steht nicht für vermeintlich einfachen Wein, sondern man versteht darunter die italienische Bezeichnung der Rebsorte Zinfandel.

Der tiefrote Primitivo von Ampelo aus der Nähe von Puglia im Süden Italiens duftet charakteristisch nach reifen Beeren und Kirschen mit einer würzigen Note. Geschmacklich dominieren ganz typisch Zimt und Nelken, gepaart mit Kräutern und Lorbeer.

Ein sehr passender Wein zu diesem Hauptgang, der im Handel für knapp unter 10 Euro zu haben ist.