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Polpette – Pasta mit Tomaten-Paprikasauce und Hackbällchen auf spanische Art

Polpette al Sugo ist eine traditionelle Pastasauce der italienischen Küche. Nicht sehr aufwändig zuzubereiten, schmeckt kräftig und lecker, schöne italienische Hausmannskost eben! Es gibt viele verschiedene Rezepte, allen gemein sind Hackfleischbällchen (Polpette) in Pastasauce (al Sugo). Ich habe die Sauce mit Tomaten gemacht und mit viel frischem Paprika verfeinert, das passt sehr schön zu den gebratenen Hackbällchen. Am Ende kommt einem die italienische Pastasauce schon spanisch vor, gewürzt wird mit Pulver aus geräuchertem Paprika.

Pasta mit Polpette

Polpette

Die Paprikaschoten klein zu würfeln macht am meisten Arbeit. Das Auge isst ja mit, also ruhig verschiedenfarbige Paprika nehmen. Ich habe überlegt die Paprika zu grillen zu häuten, aber nachdem sie in der Tomatensauce schmoren kann man sich die Arbeit wahrscheinlich sparen. Wäre trotzdem mal interessant ob es dann besser schmeckt.

Die Paprikawürfel brät man nun in Öl an und gibt Zwiebel und Lauch dazu. Nach einigen Minuten bei geringer Hitze Knoblauch, Tomatenmark und Paprikapulver dazugeben und kurz anrösten lassen. Anschließend mit Gemüsebrühe und Tomatensaft ablöschen. Gewürzt wird das Ganze mit Oregano, gemahlenem Fenchel und geräuchtertem Paprikapulver, dann bei offenem Deckel einkochen.

Nun gehts an die Fleischbällchen – man vermengt Hackfleisch (drei Viertel Rind, ein Viertel Schwein) mit in Milch eingeweichten Brötchen und Ei. Dazu kommen angedünstete Zwiebeln und Knoblauch und je nach Konsistenz etwas Semmelbrösel. Die Zwiebeln kann man auch roh verwenden, dann kann es aber passieren dass einzelne Stücke noch relativ knackig bleiben, nicht so schön wenn man darauf beißt finde ich. Wenn man sie vorher andünstet passiert das nicht, dann geben sie nur schöne Würze ab. Das Hackfleisch wird nun mit Senf, Salz, Pfeffer und Majoran gewürzt und zu möglichst kleinen Bällchen geformt.

Die Bällchen werden dann in der Pfanne kurz und kräftig von allen Seiten angebraten, damit sie eine schöne Farbe bekommen. Dann kommen die Bällchen in die Sauce um fertig zu garen. Achja, und man sollte nun noch Pasta kochen, dazu gehört die Sauce nämlich!

Kräftiger Rioja

Zu italienischer Pasta sollte man auch italienischen Wein trinken. Gut dass wir eine italienische Pasta nach spanischer Art zubereiten, dann kann man einen kräftigen Rioja dazu trinken, den hatte ich nämlich gerade zuhause!

decenio tinto crianza

Der Decenio Tinto Crianza aus dem Jahr 2007 wird in den Bodegas las Orcas hergestellt. Die Kellerei liegt in La Guardia im südlichen Teil des Baskenlandes. Der Betrieb wurde erst 1994 gegründet, ein relativ junges Haus also noch. Der Crianza wird ein Jahr oder länger im Barrique ausgebaut, das merkt man erst relativ spät.

Er duftet relativ süß nach Honig, fast wie Portwein. Der Geschmack ist dann allerdings kräftig und trocken. Man erkennt deutliche Frucht von Kirsche, Brombeere oder Pflaume, ausgewogene Säure und anfangs recht dominante Tannine. Der Abgang ist lang und gehaltvoll. Den Wein sollte man mindestens eine Stunde atmen lassen, die anfangs dominanten Holznoten verschwinden dann zusehens.

Dieser Tropfen ist ein typisch kräftiger Rioja, er passt sehr gut zur italienisch-spanischen Pastasauce. Hackfleisch und Räucherpaprika geben kräftige Aromen, der Wein sollte dem nicht nachstehen. Mit einem kräftigen Rioja wie diesem gelingt das ausgezeichnet!

 

Zutaten: Hackfleisch, Brötchen, Milch, Ei, Semmelbrösel, Zwiebel, Knoblauch, Senf, Majoran, Paprika, Gemüsebrühe, Tomatensaft, Tomatenmark, Oregano, gemahlener Fenchel, geräuchertes Paprikapulver, Pasta

Kartoffel-Radicchio Lasagne

Heute gibts mal wieder ganz was leichtes, ne cremige Kartoffel-Radicchio Lasagne mit Gorgonzola. Einfache Zutaten, geht schnell und schmeckt noch dazu lecker!

Kartoffel Radicchio Lasagne

Als Erstes bereitet man den Radicchio vor, den schneidet man in Streifen und blanchiert ihn in Salzwasser. Dann mit kaltem Wasser abschrecken, das macht ihn ein wenig milder. Für mehr Würze schwitzt man ein wenig Knoblauch und Zwiebeln an und gibt sie dazu. Die Zwiebel kann man ruhig rösten, das passt gut zu den kräftigen Aromen.

Dazwischen macht man eine Béchamelsauce und schmilzt Gorgonzola darin. Ein wenig salzen und pfeffern und zur Seite stellen. Die Sauce sollte nicht zu heiß werden, sonst flockt sie aus, besser langsam und gleichmäßig erwärmen bis der Käse schmilzt und dann warm halten. Die Sauce kann man nach Belieben würzen, ich mag Majoran gerne zu Kartoffelgerichten.

Die Kartoffeln werden nun in halb Zentimeter dicke Scheiben geschnitten und schichtweise in eine Auflaufform gelegt. Zuerst Kartoffelscheiben, dann Radicchio und dann Sauce darüber. Die Kartoffelscheiben ersetzen die Lasagneplatten, kommt nicht auf die Idee noch Nudelplatten mit zu verwenden. Man wird auch so satt 😉

Am Ende gibt man eine Schicht Kartoffeln darauf, Sauce und streut geriebenen Käse darüber. Gouda oder Emmentaler eignen sich sehr gut, Mozzarella geht fast etwas unter. Die Lasagne kommt dann für eine dreiviertel Stunde in den Ofen, man kann anfangs auch Alufolie draufgeben damit die Oberfläche nicht zu dunkel wird. Dann sollten die Kartoffeln weich sein und die Oberfläche knusprig gebräunt.

Welcher Wein passt am Besten? Die Lasagne schmeckt eher kräftig nach Gorgonzola und Radicchio, Kartoffel und Käse verleihen auch nicht gerade Leichtigkeit. Die starken Aromen würden einen fruchtigen Weißwein unterdrücken. Ich finde einen würzigen Rioja sehr passend.

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Die Bodegas Hermanos Frias del Val ist für ein Weingut noch realtiv jung, es gibt sie erst seit 1969. Die Rebstöcke auf den 25 ha sind über 100 Jahre alt, hauptsächlich Tempranillo. Der Tinto Crianza aus dem Jahr 2006 duftet vorrangig nach Sauerkirsch, der Geschmack erinnert an Vanille und Zimt. Man erkennt auch deutliche Röstaromen. Diese Kombination harmoniert hervorragend mit der Gorgonzola, dem etwas bitteren Radicchio und den gerösteten Zwiebeln. Der kräftige Rote nimmt die Aromen der Lasagne teilweise mit auf und ergänzt den intensiven Geschmack sehr schön. Preislich liegt er zwischen 12 und 15 Euro.

 Zutaten: Kartoffel, Radicchio, Gorgonzola, Butter, Mehl, Milch, Gouda, Majoran, Zwiebel, Knoblauch

Rote Beete Suppe mit Paprika und Zitrone

Nicht nur farblich ein Highlight, eine klare Rote Beete Suppe. Sie kann als Vorspeise oder als leichte Hauptspeise serviert werden.

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Die Rote Beete wird leider viel zu selten in der Küche verwendet. Charakteristisch ist die tiefrote Farbe, beim Verarbeiten sollte man daher auf die Finger aufpassen, das Rot geht nicht mehr ganz ab. Die Rübe ist sehr gesund, reich an Betain und Folsäure soll sie vor Herz-Kreislauf Erkrankungen schützen. Der süße nussige Geschmack macht sie zu einem leckeren Gemüse als Salat oder im Eintopf – oder als Suppe:

Dazu dünstet man Lauch und Zwiebel in Öl bis die Zwiebeln glasig sind. Die Rote Beete in Würfeln dazugeben und weiter bei kleiner Hitze anschwitzen. Nicht zu heiß, sonst verbrennt das Gemüse. Nach einigen Minuten mit Gemüsebrühe und Wasser aufgießen und Karotten und Paprika in mundgerechten Stücken dazugeben.

Die Gewürze kann man nun auch in die Suppe geben und dann das Gemüse eine knappe halbe Stunde weichkochen. An Gewürzen sollte man auf jeden Fall Kümmel nehmen, der passt sehr gut zu Roter Beete. Damit die Suppe eine frische Note bekommt reibt man ein wenig Zitronenschale hinein und kocht eine oder zwei Kapseln Kardamom mit.

Zu Trinken empfehle ich einen leichten Rotwein mit viel Fruchtnoten aber auch ein wenig Säure. Das nimmt die Süße der Roten Beete wieder auf und die Säure der Zitrone und Kardamom.

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Der Editor ist ein Rioja Joven, ein spanischer Rotwein der ohne Lagerung im Barrique angefüllt wird. Die Tempranillo Trauben ohne Ausbau geben einen sehr milden und fruchtigen Roten ab, einen eher untypischen Spanier.

Der Tinto duftet nach Sauerkirsch und Schwarzwälder Kirschtorte. Ein eher kurzer Abgang und leichte Frucht begleitet von einer harmonischen Säure machen den Rioja aus. Diese Kombination passt sehr gut zur Suppe, viel Frucht, leichte Säure findet sich in Speise und Wein wieder. Beides eine gelungene Kombination mit feinen und nicht zu dominanten Aromen.

Zutaten: Rote Beete, Karotten, Paprika, Zwiebel, Lauch, Kardamom, Kümmel, Zitronenschale, Gemüsebrühe

Gastbeitrag: Gans nach Art des Hauses Altenweg

Kürzlich habe ich meinem Freund Thomas Altenweg von meinem Blog erzählt. Nach einer Flasche Rotwein waren wir uns einig dass er unbedingt einen Gastbeitrag schreiben muss!

Et violà: Gans nach Art des Hauses.

 

Zuerst wird die Füllung der Gans vorbereitet. Dazu Zwiebel, Schwarzbrot, Trockenpflaumen, Äpfel, Maronen, Preiselbeeren, Apfelmus, O-Saft, Rotwein und Weinbrand vermengen. Mit Salz, Zucker, Zimt, Pfeffer und Salz würzen und einige Stunden ziehen lassen.

Die Gans mit Salz und Pfeffer würzen, füllen und zunähen. Dann mit Suppengrün und Zwiebel in einen Bräter geben und mit O-Saft, Wasser, Rotwein und Weinbrand aufgießen. Die Gans dann 4 Stunden im Ofen garen, zuerst bei 160 Grad Umluft und die letzte Stunde bei 180 Grad Grillen. Vor dem Grillen mit einer Lösung aus Wasser, Honig und Salz bestreichen.

Die Sauce kann man mit etwas Sahne verfeinern und nach Geschmack würzen. Als Beilage passt Rosenkohl, Wirsing oder Knödel.

Zum Gänsebraten gibts einen leckeren Rotwein des Erzeugers Viña Herminia, ein Rioja rein aus der Traube Tempranillo. Der Tinto schmeckt kräftig und begleitet den Gänsebraten sehr harmonisch. In der Nase erkennt man Noten von roten Beeren und Kirschen, im Geschmack kräftige Frucht und leichte Röstaromen. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut, der Rote kostet nur um die 5 Euro.

Übrigens, Thomas und seine Frau Andrea haben einen tollen Shop in dem sie handgemacht Seifen und Naturkosmetika verkaufen. Schaut doch mal rein unter www.seidigseifen.de

Logo Seidig Seifen

Kürbisnockerl mit Rahmschwammerl und mariniertem Gemüse

Kuerbisgnocchi

Im Spätsommer ist Kürbiszeit. Eine leckere Möglichkeit zur Verwertung sind Kürbisnockerl, die recht vielseitig verwendbar sind – als Hauptspeise mit Sauce, als Vorspeise (dann etwas kleiner machen) oder als Suppeneinlage.

Vom Kürbis zuerst Innenleben und Schale entsorgen, in Stücke schneiden und weich garen. Z.B. im Backofen. Kartoffeln (halb so viel wie Kürbis) auch weichkochen, und beides noch warm zusammen stampfen. Die Masse dann zusammen mit Butter, Mehl und Ei zu einem lockeren Teig verarbeiten. Ein wenig Öl kann man auch dazugeben, dann abschmecken mit Salz, Pfeffer, Paprika, Muskat oder Majoran. Mit 2 Löffeln kann man daraus schöne Nockerl formen, diese dann in kochendem Salzwasser garen bis sie aufsteigen und noch ein paar Minuten länger.

Ich mache immer Nockerl von einem ganzen Kürbis, das reicht locker für mehrere Portionen. Wenn welche übrig bleiben kann man die auch ein paar Tage im Kühlschrank aufheben. Zum Aufwärmen dann einfach mit Butter anbraten.

Als Beilage zu den Kürbisnockerl haben wir Rahmschwammerl und Gemüse gemacht.

Die Pilze sind z.B. Champignons, die mit Zwiebel angebraten und mit Sahne und Milch aufgegossen werden. Sahne oder Milch pur ist auch möglich, Sahne aber zu schwer und Milch zu leicht finde ich. Ein bisschen Salz und Pfeffer und fertig. Nicht zu viel würzen, damit man die Champignons noch schmeckt.

Als kleine Ergänzung gibts mariniertes Gemüse. Die Nockerl mit Rahmschwammerl sind keine Schonkost, dazu sollte noch eine leichte Beilage gemacht werden. Einen Kopf Romanesco in Wasser schön bissfest garen und mindestens eine Stunde in Essig und Öl marinieren. Wir haben außerdem noch Tomaten und Paprika aus dem Garten, die legen wir mit dem Romanesco ein. Am Schluss noch Pfeffer und grobes Meersalz darüberstreuen und fertig.

Kürbisnockerl mit leichten Rahmschwammerl und das eingelegte Gemüse schmecken sehr fein, aber nicht zu dominant. Der Wein sollte das eher unterstreichen. Wir trinken dazu einen Rioja Joven, einen jungen Rioja.

Junger Rioja heißt, dass der eigentlich kräftige Rote nur kurz oder gar nicht (wie in unserem Fall) im Eichenfass ausgebaut wurde. Es entsteht oft ein trinkfreudiger Wein mit deutlich weniger Säure und Schwere. Der Rioja Joven der Bodegas Santamaria Lopez riecht nach Sauerkirsch, fast wie Schwarzwälder Kirschtorte. Der Geschmack ist relativ mild und erinnert an dunkle Früchte und Beeren. Ein unkomplizierter Alltagswein der perfekt zu diesem Gericht passt.

Rioja tinto joven