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Fischpflanzerl mit Kartoffelsalat

Am Sonntag war ich seit langer Zeit mal wieder Angeln – und hab direkt was gefangen!

Angeln

Einen schönen Döbel aus der heimischen Donau. Ich war stolz wie Oskar, jahrelang keine Angel in der Hand gehabt und gleich was gefangen. Das nennt man wohl Anfängerglück 🙂 Der Fisch muss natürlich auf den Teller, als Fischpflanzerl mit Kartoffelsalat.

Der Döbel (oder Aitel) ist nun nicht der bekannteste Speisefisch, das hat auch seinen Grund. Er hat einfach wahnsinnig viele Gräten. Eigentlich ist er ja ein Friedfisch, frisst aber wenn er größer wird auch alle möglichen Insekten und kleine Fische. Das Fleisch ist wie das eines Weißfisches, eher weich und vor allem von vielen kleinen Gräten durchzogen. Ich habe deswegen Fischpflanzerl draus gemacht. Zuerst wird der Fisch filiert und das Filet (und damit die Gräten) in kleine Streifen geschnitten. Verfeinert wird das Ganze mit einer eingelegten Sardelle, das intensiviert den Fischgeschmack noch mehr. Dann ab durch den Fleischwolf und mit einer in Milch eingeweichten Semmel zusammen durchdrehen.

Die zerkleinerte Fischmasse wird mit Schalotten, Knoblauch, Ingwer und Karotten vermischt die in kleine Würfen geschnitten und in Öl angebraten wurden. Man sollte das Gemüse schon vorher kurz anbraten damit es mit dem Fisch zusammen durch wird. Vor allem die Karotten können es vertragen. Gewürzt wird die Masse mit klein geschnittnen Kapern, Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Currypulver.

Am Ende mischt man noch ein Ei darunter und je nach Konsitenz entweder Milch oder Semmelbrösel. Die Masse soll nicht zu fest sein, nur schön zusammenhalten. Dann formt man Pflänzchen und brät sie bei geringer Hitze goldbraun.

Fischpflanzerl

Für Kartoffelsalat hat jeder mindestens ein Rezept zur Hand, Essig oder Majo, Speck, Gurke – man kann alles mögliche reingeben. Ich mag am liebsten den einfachen mit Essig. Zucchini kann man auch sehr gut daruntergeben, mal eine leckere Alternative zur Gurke. Aber der Reihe nach…

Zuerst mal koch man natürlich Kartoffeln. Während sie dämpfen schneidet man Schalotten und Knoblauch klein und schwitzt sie in Olivenöl an. Dann mit Essig und Gemüsebrühe ablöschen und die Zucchini in feinen Scheiben darin blanchieren. Mit Salz, Pfeffer, Majoran und Liebstöckel würzen und etwas ziehen lassen.

Wenn die Kartoffeln fertig sind werden sie geschält und geschnitten und mit der Marinade übergossen. Ich schneide die Kartoffeln lieber größer und lasse sie lange ziehen. Man kann auch sehr dünne Scheiben schneiden, die werden aber mit der Zeit eher matschig. Größere Stücke erinnern weniger an Kartoffelsalat sondern eher an Gemüse, gerade das bissfeste daran finde ich aber gut.

Am Ende gibt man noch frische Kräuter dazu, Kresse passt ausgezeichnet. Ich habe gerade großblättrige Kresse angebaut, die sieht eher aus wie das grüne von Radieschen. Schmeckt aber super und man kann sie länger ernten als nomale Kresse.

Fischpflanzerl und Kartoffelsalat kann man gut zu einem schönen Riesling genießen. Fisch verträgt eine gewisse Säure, der Kartoffelsalat mit Essig und Öl sowieso. Eine gute Wahl ist der Riesling „Hochheimer Stielweg“ vom Weingut Künstler.

Riesling

Das Weingut existiert seit dem 17. Jhdt, in Deutschland im Rheingau allerdings erst seit Mitte des 20. Jhdt. Die Lage nahe dem Taunus sorgt für nahezu mediterran angehauchtes Klima, das sogar Südfrüchte und Feigen gedeihen lässt.

Der Wein verfügt deutlich über die dem Riesling typische Säure, jedoch von fruchtigen Pfirsicharomen fein ausbalanciert. Ein sehr voller, direkt wuchtiger Weißwein mit gesunder Säure und trotzdem viel Frucht.

Die Flasche liegt zwischen 10 und 15 Euro, ein noch fairer Preis für den Tropfen.

 

Zutaten: Fisch, Brötchen, Milch, Kapern, Sardellen, Karotten, Schalotten, Knoblauch, Ingwer, Curry, Kartoffel, Zucchini, Essig, Majoran, Liebstöckel, Gemüsebrühe

Brokkolicremesuppe mit gerösteten Maronen und Tomatenquiche mit karamellisierten Schwarzwurzeln im Pfannkuchenpäckchen

Vegetarische Küche hat nicht zwangsweise was mit leichter Kost zu tun 😉

Vorweg gibts eine Brokkolicremesuppe mit Maronen und als Hauptgang eine Tomatenquiche mit karamellisierten Schwarzwurzeln im Pfannkuchenpäckchen.

Die Brokkolisuppe geht sehr einfach, Brokkoli kochen und die gekochten Röschen pürieren. Dem Geschmack tut es gut noch eine Kartoffel dazuzugeben. Einen Schuss Gemüsebrühe dazu und etwas Sahne. Die Suppe dann mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Eine Prise Cayenne macht sich auch recht gut!

Brokkolicremesuppe

Als kleines Tuning geben wir dann geröstete Maronen dazu. Die Maronen entweder selbst im Backofen garen und schälen, oder fertig gegarte abgepackte kaufen. Die Maronen dann in Sesamöl schwenken, leicht pfeffern und in die Brokkolicremesuppe geben.

Zur Quiche zuerst mal Mürbteig machen und kalt stellen. In den Mürbteig mixe ich noch italienische Kräuter, macht das Ganze ein bisschen herzhafter. Die Füllung besteht aus Eier, Sahne, Parmesan und einige Bröckchen Feta. Dann Tomaten in Scheiben schneiden und in der Pfanne kurz anrösten. Kleine Auflaufförmchen mit dem Mürbteig auslegen und Tomatenscheiben und die Eier-Käsemasse dazugeben. Das wars schon, ab damit in den Ofen.

Dann Pfannkuchen machen, ganz einfach mit einem Teig aus Mehl, Eier und Milch – oder Sahne. Möglichst dünn ausbacken und warm stellen. Nun die Schwarzwurzeln schälen (Vorsicht, die Milch die ausläuft gibt schön braune Finger) und in kleine Würfel schneiden. In der Pfanne anbraten, dann Puderzucker dazugeben und Farbe nehmen lassen. Die Schwarzwurzelwürfel in die Pfannkuchen geben und verschnüren. Oder einrollen.

Tomatenquiche

Die Schwarzwurzeln schmecken leicht süßlich und nussig, passen hervorragend zum karamellisierten Zucker.

Sowohl die Vorspeise mit Brokkoli und Maronen als auch die Tomatenquiche mit Schwarzwurzeln haben durchaus kräftige Aromen, jeweils mit süßen Anklängen. Der passende Wein dazu sollte die feinen Geschmäcker nicht erschlagen, aber auch nicht untergehen. Ich empfehle zum Beispiel den Riesling Fass 9 vom Winzerhof Thörle.

Riesling

 

Das alte Familienweingut Thörle hat in den letzten Jahren einen rasanten Aufstieg hingelegt und einige Preise eingeheimst. Der Riesling Fass 9 stammt tatsächlich nur aus einem einzigen Fass, ist daher auf 1400 Flaschen limitiert.

Der Riesling ist goldgelb im Glas und in der Nase erkennt man Mineralien. Der Geschmack ist knackig und frisch nach Pfirsich und Ananas. Es ist durchaus Säure vorhanden, aber schön ausbalanciert mit der Frucht der Traube.

Die Flasche liegt bei 10 Euro, mal sehen wie lange das neunte Fass noch reicht…