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Linsencurry mit Süßkartoffel und karamellisierten Auberginen

Kürzlich habe ich ein leckeres Curry nach einem Rezept von Jamie Oliver gegessen, im Original „Aubergine daal with handmade chapatis„. Das raffinierte daran ist das Topping mit gerösteten und karmellisierten Auberginen, ein toller Einfall der das ohnehin schon würzige Curry aufpeppt. Ich habe es ein wenig abgewandelt nachgekocht, ein wenig mehr Gewürze und mehr Sorten Gemüse schaden dem Curry nicht.

Als erstes werden die Auberginen gewürfelt und mit Zwiebelringen, Knoblauch und Ingwerstückchen in eine Auflaufform gegeben. Dann mit Sesamöl und Currypulver vermengen und ein wenig Honig darüberträufeln. Die Auflaufform wandert dann in den Backofen bis die Zwiebeln knusprig werden.

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Einstweilen werden die Linsen gekocht und verschiedenes Gemüse (Süßkartoffel, Paprika, Zwiebel, Knoblauch) geschnitten. Das Gemüse je nach Gargrad unterschiedliche lange in Erdnussöl anbraten und am Ende Currypulver dazugeben. Kurz anrösten und bevor das Pulver verbrennt mit Gemüsebrühe ablöschen und etwas Mais zugeben. Dann lässt man das Curry solange dünsten bis das Gemüse gar ist. Das Curry wird mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und mit einigen Schüssen Essig abgeschmeckt. Essig passt zwar nicht unbedingt in ein klassisches Curry, aber hervorragend zu Linsen. Und es ist eine tolle Kombination mit den karamellisierten Auberginen!

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Sobald die Auberginen mit Zwiebel dunkel und knusprig sind, wird das Curry damit verziert und angerichtet. Das Curry schmeckt eher sauer-scharf, die Auberginen süß und würzig, das passt ausgezeichnet zusammen. Jamie Oliver serviert dazu noch Reis uns selbst gebackene Fladen, ich finde das Curry allein reicht voll aus. Und ich war zu faul noch Fladen zu backen, heute musste es schnell gehen 😉

Zu einem Curry einen passenden Wein zu finden ist nicht immer einfach. Das Gericht heute schmeckt sehr würzig und nach Röstaromen, der Wein darf ein wenig Körper haben. Der Les Terrasses von Château Pesquié ist ein Cuvee aus den Reben Syrah und Grenache, verbindet Aromen von schwarzen Johannisbeeren und Pflaumen.

Chateau Pesquie

Im Abgang finden sich leichte Holznoten und Röstaromen. Der Weinkritiker Robert Parker hat dem Tropfen Höchstnoten zuteilwerden lassen und überaschende 94 Punkte vergeben, für einen Wein unter 10 Euro ein hohes Lob.

Zutaten: Auberginen, Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Linsen, Paprika, Süßkartoffel, Mais, Gemüsebrühe, Essig, Erdnussöl, Currypulver, Salz, Pfeffer

Rinderschmorbraten mit Spätzle, Champignons und Teltower Rübchen

Der Rinderschmorbraten ist ein ganz klassisches Gericht der deutschen Küche. Solange man ein gutes Stück Fleisch und genug Zeit zum Schmoren hat, kann schon mal nicht allzu viel schief gehen! Ich würze solche kräftigen Schmorgerichte häufig mit Schokolade, aber dazu später mehr.

Als Beilage gibts ganz traditionell Spätzle, Champignons in der Sauce gekocht und Teltower Rübchen.

Rinderschmorbraten

 

Der Rinderbraten selbst ist natürlich die wichtigste Zutat. Es sollte ein mindestens 700g großes Stück sein, z.B. aus der Schulter. Das würzen wir mit Salz und Pfeffer und streichen es mit scharfem Senf ein. Ich mag am liebsten Dijon Senf, der hat ein besseres Aroma als normaler Mittelscharfer.

Das Fleisch dann scharf anbraten und grob geschnittenes Wurzelgemüse, Zwiebel und Knoblauch dazugeben. Nachdem das Fleisch und Gemüse Farbe genommen hat mit heißer Rinderbrühe oder Gemüsebrühe angießen. Es sollte ca. 1 cm Flüssigkeit im Topf stehen, keinesfalls das Fleisch ganz bedecken. Dann die Gewürze in den Topf geben und gut 3 Stunden schmoren. An Gewürzen nehme ich Lorbeer, Wachholder, Piment, Pfefferkörner und Fenchelsamen. Lieber etwas weniger Temperatur und länger schmoren, das macht die Sauce besser und das Fleisch wird nicht zerkocht.

Eine Stunde vor Ende der Garzeit gebe ich ein klein wenig passierte Tomaten dazu und würze mit Salz und Kümmelpulver. Wenn das Fleisch fertig ist vor dem Servieren aus der Sauce nehmen und in Alufolie im warmen Backofen ruhen lassen.

Währenddessen machen wir die Sauce fertig. Das Gemüse und die Gewürze werden mit einem Haarsieb abgeseiht und in die Sauce kommen einige Rippen Zartbitterschokolade. Wenn die geschmolzen ist noch eine viertel Stunde einkochen und nebenbei abschmecken, das wars schon. Die Schokolade schmeckt anfangs recht stark heraus, je länger die Sauce köchelt umso stärker lässt der Schokoladengeschmack nach. Man sollte natürlich keine Schokosauce machen, aber ein paar Rippchen geben einen schönen runden Geschmack mit.

Meine Lieblingsbeilage zu Rinderbraten sind Spätzle. Die dauern auch gar nicht lange um sie selbst zu machen – wer keine Lust dazu hat sollte lieber Nudeln nehmen als gekaufte Spätzle.

Spätzle bestehen nur aus Mehl, Eier, Mineralwasser und etwas Öl. Mit einer Prise Salz und Muskat gewürzt und durch ein Spätzlesieb ins siedende Wasser gepresst. Vor dem Servieren sollte man sie noch ein heißer Butter schwenken.

Die Teltower Rübchen hab ich beim Bauern um die Ecke entdeckt. Die schöne orange Farbe der Rübe sticht im Regal hervor, da konnte ich nicht daran vorbei gehen. Sie eignen sich als Gemüsebeilage oder in Eintöpfen. Die feine, fast süßliche Note passt hervorragend zum Rinderbraten und der würzigen Sauce. Ich habe die Rübchen einfach in Spalten geschnitten in einer Pfanne mit karamellisiertem Zucker und etwas Butter leicht glasiert. Die Spalten dann mit Mehl bestäuben und mit Wasser ablöschen und fertig garen. Gegen Ende ein wenig Estragon dazu und fertig ist die Beilage.

Die Beilagen werden von Champignons vervollständigt. Die Pilze in dünne Scheiben schneiden, ganz kurz in wenig Öl anbraten und mit ein wenig Bratensauce ablöschen und einköcheln lassen. Champignons kann man, neben Steinpilzen, auch gut roh essen wenn sie frisch sind. Man muss sie also nicht verkochen, je nach Dicke reichen wenige Minuten in der Pfanne.

Der geschmorte Rinderbraten mit Spätzle und Rübchen verlangt einen Wein der eine harmonische Frucht und leichte Säure mitbringt, ohne zu dominante Tannine.

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Der rote Cuvee der Domaine Saint Vincent aus Arles aus dem Jahr 2009 besteht aus je zur Hälfte Cabernet Sauvignon und Merlot.

Die Fruchtnote erinnert an schwarze Johannisbeere. Die Tannine halten sich im Hintergrund. Ein sehr weicher Roter der durch die harmonische Komposition aus roter Frucht, wenig Säure und kaum spürbare Tannine glänzt.

In Kombination mit dem Rinderbraten in würziger Sauce und dem leicht süßlichen Gemüse passt dieser leichte Rote hervorragend!

 

Zutaten: Rinderbraten, Senf, Wurzelgemüse, Lorbeer, Wachholder, Piment, Fenchelsamen, passierte Tomaten, Kümmelpulver, Schokolade, Mehl, Eier, Muskat, Teltower Rübchen, Estragon, Champignons

Spinat-Kässpatzen mit karamellisierten Zwiebelringen und Dessertwein von Antinori

Heute habe ich die Allgäuer Spezialität mal etwas abgewandelt. Die Kasspatzen mache ich mit Spinat und die Zwiebelringe werden nicht geröstet sondern karamellisiert. Klingt erstmal seltsam, schmeckt aber sehr lecker!

Spinatkäsespatzen

Für die Kasspatzen machen wir ganz normalen Spätzleteig aus Mehl und Eiern, und statt Wasser wird fein gehackter Spinat dazugegeben. Je nach Konsistenz dann Wasser oder Mehl ergänzen. Es gibt auch spezielles Spätzlemehl, das ist etwas grober als normales Weizenmehl. Ich habe einen Teil Vollkornmehl dazugegeben, geht genauso. Aber nicht zu grobes Mehl verwenden, sonst werden die Spätzle am Ende etwas bröselig.

Den Teig würzen wir mit Salz, Pfeffer und Muskat, das passt gut zum Spinat. Man kann noch einen Spritzer geschmacksneutrales Öl dazugeben und muss dann den Teig per Hand rühren bis er richtig klebrig wird. Dann mit einem Spätzleschaber den Teig ins heiße Wasser schaben, wenn sie aufsteigen sind sie fertig. Die Spätzle dann schichtweise in eine Auflaufform geben und dazwischen kräftigen Käse schichten. Ich habe Raclettekäse genommen, der ist fast einen Tick zu herb. Man sollte mal eine Mischung aus geriebenem Emmentaler und Bergkäse versuchen, denke das passt besser. Dann kommt die Auflaufform in den Ofen bis der Käse geschmolzen und gebräunt ist.

Zwischenzeitlich bereiten wir die Zwiebelringe vor. Dazu natürlich erstmal eine Zwiebel in Ringe schneiden. In einer beschichteten Pfanne Zucker karamellisieren lassen und die Zwiebelringe hineingeben. Sobald die Zwiebelringe dann Farbe genommen haben werden sie mit einem kräftigen Dessertwein abgelöscht. Die Flüssigkeit ein wenig einkochen und dann die Hitze reduzieren, das ergibt eine fast schon cremige Konsistenz. Man kann auch die Pfanne vom Herd nehmen und relaxed warten bis die Kasspatzen fertig sind und nebenbei den Wein genießen.

Apropos Dessertwein, die karamellisierten Zwiebelringe haben ein recht süßes Aroma. Das nehmen wir in der Weinbegleitung wieder auf. Dazu gibt es den Vin Santo von Antinori’s Santa Cristina.

Santa Cristina Vin Santo

Dieser Tropfen ist ein Highlight unter den Dessertweinen. Er wird aus luftgetrockneten Trauben der Trebbiano– und Malvasiarebe gewonnen. Die Konsistenz im Glas erinnert an alten Portwein, er hat eine sehr intensive rotbraune Farbe.

Der Geschmack ist von Walnüssen und Dörrpflaumen geprägt, man kann auch Kandiszucker erkennen. Man sollte diesen Wein bei Zimmertemperatur trinken, dann entfaltet er seine volle Geschmacksvielfalt.

Der Vin Santo passt ausgezeichnet zu den Kasspatzen. Der kräftige Dessertwein braucht sich vor den mit Käse überbackenen Spatzen nicht zu verstecken und passt ideal zu dem süß-würzigen Geschmack der Karamellzwiebeln. Die Flasche dieses Dessertweins ist nicht gerade billig und liegt bei 20 Euro, was sich aber sicher lohnt. Ein toller Tropfen!

Zutaten: Mehl, Eier, Spinat, Wasser, Öl, Muskat, Käse zum überbacken, Zwiebel, Zucker

Brokkolicremesuppe mit gerösteten Maronen und Tomatenquiche mit karamellisierten Schwarzwurzeln im Pfannkuchenpäckchen

Vegetarische Küche hat nicht zwangsweise was mit leichter Kost zu tun 😉

Vorweg gibts eine Brokkolicremesuppe mit Maronen und als Hauptgang eine Tomatenquiche mit karamellisierten Schwarzwurzeln im Pfannkuchenpäckchen.

Die Brokkolisuppe geht sehr einfach, Brokkoli kochen und die gekochten Röschen pürieren. Dem Geschmack tut es gut noch eine Kartoffel dazuzugeben. Einen Schuss Gemüsebrühe dazu und etwas Sahne. Die Suppe dann mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Eine Prise Cayenne macht sich auch recht gut!

Brokkolicremesuppe

Als kleines Tuning geben wir dann geröstete Maronen dazu. Die Maronen entweder selbst im Backofen garen und schälen, oder fertig gegarte abgepackte kaufen. Die Maronen dann in Sesamöl schwenken, leicht pfeffern und in die Brokkolicremesuppe geben.

Zur Quiche zuerst mal Mürbteig machen und kalt stellen. In den Mürbteig mixe ich noch italienische Kräuter, macht das Ganze ein bisschen herzhafter. Die Füllung besteht aus Eier, Sahne, Parmesan und einige Bröckchen Feta. Dann Tomaten in Scheiben schneiden und in der Pfanne kurz anrösten. Kleine Auflaufförmchen mit dem Mürbteig auslegen und Tomatenscheiben und die Eier-Käsemasse dazugeben. Das wars schon, ab damit in den Ofen.

Dann Pfannkuchen machen, ganz einfach mit einem Teig aus Mehl, Eier und Milch – oder Sahne. Möglichst dünn ausbacken und warm stellen. Nun die Schwarzwurzeln schälen (Vorsicht, die Milch die ausläuft gibt schön braune Finger) und in kleine Würfel schneiden. In der Pfanne anbraten, dann Puderzucker dazugeben und Farbe nehmen lassen. Die Schwarzwurzelwürfel in die Pfannkuchen geben und verschnüren. Oder einrollen.

Tomatenquiche

Die Schwarzwurzeln schmecken leicht süßlich und nussig, passen hervorragend zum karamellisierten Zucker.

Sowohl die Vorspeise mit Brokkoli und Maronen als auch die Tomatenquiche mit Schwarzwurzeln haben durchaus kräftige Aromen, jeweils mit süßen Anklängen. Der passende Wein dazu sollte die feinen Geschmäcker nicht erschlagen, aber auch nicht untergehen. Ich empfehle zum Beispiel den Riesling Fass 9 vom Winzerhof Thörle.

Riesling

 

Das alte Familienweingut Thörle hat in den letzten Jahren einen rasanten Aufstieg hingelegt und einige Preise eingeheimst. Der Riesling Fass 9 stammt tatsächlich nur aus einem einzigen Fass, ist daher auf 1400 Flaschen limitiert.

Der Riesling ist goldgelb im Glas und in der Nase erkennt man Mineralien. Der Geschmack ist knackig und frisch nach Pfirsich und Ananas. Es ist durchaus Säure vorhanden, aber schön ausbalanciert mit der Frucht der Traube.

Die Flasche liegt bei 10 Euro, mal sehen wie lange das neunte Fass noch reicht…

Dorsch in Senfsauce mit Naturreis, Karamellkarotten und Salat

Hurra, mein Freund Steve hat aus dem Angelurlaub Dorsch mitgebracht! Gibts zwar hierzulande auch zu kaufen, aber selbst gefangener und frisch tiefgefrorener Dorsch – unbezahlbar. Das Aroma ist viel intensiver, ein Klasse Speisefisch.

Dorsch in Senfsauce

Und den mache ich heute mal gebacken in Senfsauce. Die Fischfilets in Zitrone und ein paar Tropfen Worcestershiresauce einlegen, in der Zwischenzeit eine Mehlschwitze für die Senfsauce machen. Diese mit Milch aufgießen und dann mit Dijon Senf, Salz, Pfeffer, Muskat, Paprika, Liebstöckel und Dill verfeinern. Den Dorsch in eine Auflaufform legen, die Senfsauce darübergießen und ab in den Ofen.

Den Reis zwischenzeitlich kochen, nur sollte man Naturreis (z.B. Basmati) verwenden und keinen fertigen Beutel. Schmeckt einfach viel besser, der hat sogar Aroma! Vorsicht, Naturreis braucht länger, ne gute halbe Stunde, also nicht verschätzen beim Kochen.

Der Salat wird mit Honig-Senf Dressing mit Walnussöl und Apfelessig angemacht und kann mit allen möglichen Körnern verfeinert werden. Passt gut zur Sauce und den karamellisierten Karotten.

Die Karotten werden halbiert und kurz vorgegart. Dann in einer Pfanne Puderzucker karamellisieren und die Karotten dazugeben. Ein paar Minuten schwenken und am Ende mit Estragon verfeinern.

Ja das wars schon! Klingt einfach, ist es auch. Das entscheidende sind frische Zutaten.

Zu dem leckeren Fischgericht passt ein feiner Weißwein mit gesunder Säure.

Grillo

Der Grillo von Di Giovanna aus Sizilien ist eine sehr gute Wahl. Die Familie betreibt seit 5 Generationen biologischen Weinbau. Der Weiße duftet nach allerlei süßen Früchten und Zitronenmelisse. Im Geschmack dominiert Zitrone, fast ähnlich wie Eis oder Limoncello, und trotzdem eine fruchtige Süße. Diese Kombination harmoniert hervorragend mit den Aromen des Essens – würzige Senfsauce und süße karamellisierte Karotten. Der Grillo ist für ca. 10 Euro zu haben.