Archive for » September, 2014 «

Polpette – Pasta mit Tomaten-Paprikasauce und Hackbällchen auf spanische Art

Polpette al Sugo ist eine traditionelle Pastasauce der italienischen Küche. Nicht sehr aufwändig zuzubereiten, schmeckt kräftig und lecker, schöne italienische Hausmannskost eben! Es gibt viele verschiedene Rezepte, allen gemein sind Hackfleischbällchen (Polpette) in Pastasauce (al Sugo). Ich habe die Sauce mit Tomaten gemacht und mit viel frischem Paprika verfeinert, das passt sehr schön zu den gebratenen Hackbällchen. Am Ende kommt einem die italienische Pastasauce schon spanisch vor, gewürzt wird mit Pulver aus geräuchertem Paprika.

Pasta mit Polpette

Polpette

Die Paprikaschoten klein zu würfeln macht am meisten Arbeit. Das Auge isst ja mit, also ruhig verschiedenfarbige Paprika nehmen. Ich habe überlegt die Paprika zu grillen zu häuten, aber nachdem sie in der Tomatensauce schmoren kann man sich die Arbeit wahrscheinlich sparen. Wäre trotzdem mal interessant ob es dann besser schmeckt.

Die Paprikawürfel brät man nun in Öl an und gibt Zwiebel und Lauch dazu. Nach einigen Minuten bei geringer Hitze Knoblauch, Tomatenmark und Paprikapulver dazugeben und kurz anrösten lassen. Anschließend mit Gemüsebrühe und Tomatensaft ablöschen. Gewürzt wird das Ganze mit Oregano, gemahlenem Fenchel und geräuchtertem Paprikapulver, dann bei offenem Deckel einkochen.

Nun gehts an die Fleischbällchen – man vermengt Hackfleisch (drei Viertel Rind, ein Viertel Schwein) mit in Milch eingeweichten Brötchen und Ei. Dazu kommen angedünstete Zwiebeln und Knoblauch und je nach Konsistenz etwas Semmelbrösel. Die Zwiebeln kann man auch roh verwenden, dann kann es aber passieren dass einzelne Stücke noch relativ knackig bleiben, nicht so schön wenn man darauf beißt finde ich. Wenn man sie vorher andünstet passiert das nicht, dann geben sie nur schöne Würze ab. Das Hackfleisch wird nun mit Senf, Salz, Pfeffer und Majoran gewürzt und zu möglichst kleinen Bällchen geformt.

Die Bällchen werden dann in der Pfanne kurz und kräftig von allen Seiten angebraten, damit sie eine schöne Farbe bekommen. Dann kommen die Bällchen in die Sauce um fertig zu garen. Achja, und man sollte nun noch Pasta kochen, dazu gehört die Sauce nämlich!

Kräftiger Rioja

Zu italienischer Pasta sollte man auch italienischen Wein trinken. Gut dass wir eine italienische Pasta nach spanischer Art zubereiten, dann kann man einen kräftigen Rioja dazu trinken, den hatte ich nämlich gerade zuhause!

decenio tinto crianza

Der Decenio Tinto Crianza aus dem Jahr 2007 wird in den Bodegas las Orcas hergestellt. Die Kellerei liegt in La Guardia im südlichen Teil des Baskenlandes. Der Betrieb wurde erst 1994 gegründet, ein relativ junges Haus also noch. Der Crianza wird ein Jahr oder länger im Barrique ausgebaut, das merkt man erst relativ spät.

Er duftet relativ süß nach Honig, fast wie Portwein. Der Geschmack ist dann allerdings kräftig und trocken. Man erkennt deutliche Frucht von Kirsche, Brombeere oder Pflaume, ausgewogene Säure und anfangs recht dominante Tannine. Der Abgang ist lang und gehaltvoll. Den Wein sollte man mindestens eine Stunde atmen lassen, die anfangs dominanten Holznoten verschwinden dann zusehens.

Dieser Tropfen ist ein typisch kräftiger Rioja, er passt sehr gut zur italienisch-spanischen Pastasauce. Hackfleisch und Räucherpaprika geben kräftige Aromen, der Wein sollte dem nicht nachstehen. Mit einem kräftigen Rioja wie diesem gelingt das ausgezeichnet!

 

Zutaten: Hackfleisch, Brötchen, Milch, Ei, Semmelbrösel, Zwiebel, Knoblauch, Senf, Majoran, Paprika, Gemüsebrühe, Tomatensaft, Tomatenmark, Oregano, gemahlener Fenchel, geräuchertes Paprikapulver, Pasta

Knabbergebäck aus Mürbteig selbst gemacht

Zu einem schönen Glas Wein gibts gerne mal Käse, Trauben und etwas Gebäck. Sehr lecker sind Grissini (aus Hefeteig) oder Käsestangen aus Blätterteig (Flûtes). Ich habe diesmal ein paar würze Knabbergebäcke aus Mürbteig ausprobiert.

Knabbergebaeck2

Der Mürbteig ist recht einfach aus Mehl, Butter und Ei gemacht. Ein wenig salzen, nen guten Schuss Essig und mit einer kleinen Prise gemahlenem Kümmel, Kreuzkümmel und Koriander würzen. Der Teig sollte dann im Kühlschrank abkühlen, dann kann man ihn später besser formen.

Den kalten Teig dann einige Millimeter dick ausrollen. Man kann den Teig auch während des Ausrollens einige Male falten, das gibt nen Effekt wie beim Blätterteig und die Teilchen gehen etwas besser auf im Ofen.

Wenn der Teig die gewünschte Dicke (ca. 3mm) erreicht hat, bringt man noch Gewürze auf bevor man die Gebäcke endgültig formt. Erlaubt ist was schmeckt, ich habe einige mit Schwarzkümmel bestreut, andere mit Parmesan und die dritte Sorte mit grobem Meersalz. Die Gewürze mit dem Nudelholz etwas in den Teig drücken und die Formen ausschneiden. Man kann auch den Teig mit Eigelb bestreichen, dann haften die Gewürze besser. Wenn man sie etwas in den Teig drückt ist das nicht nötig.

Mit den Formen habe ich es mir einfach gemacht. Zuerst habe ich längliche Streifen geschnitten und die dann eingedreht.

Knabbergebaeck1

Aus einigen anderen habe ich einfach Rauten geschnitten, man kann auch Plätzchenformen verwenden. Und was übrig bleibt wird zu langen Stangen geformt. Sicher könnte man auch Brezen knoten, je nachdem wie geschickt man sich anstellt. Für mich waren die Locken schwer genug 😉

Dann noch ab in den Ofen bis die Teilchen goldbraun sind und abkühlen lassen. Das wäre nun der richtige Zeitpunkt den Wein zu öffnen, wenn das nicht schon längst geschehen ist!

Knödelduett – Rahmschwammerl mit Brezen-Schwarzbrotknödel gefolgt von Zwetschgenknödel auf Fruchtspiegel

Spätsommer ist Knödelzeit! Um diese Zeit gibts Schwammerl, die schmecken am Besten mit Rahmsoße und Knödel. Und nachdem die Zwetschgen reif sind hab ich als Nachspeise noch Zwetschgenknödel gemacht.

Heute hab ich 2 Kilo frische Steinpilze bekommen! Bruderherz war Pilze suchen und kann sie gar nicht mehr alle verarbeiten.

Steinpilze

Daraus hab ich gleich Rahmschwammerl mit Brezen-Schwarzbrotknödel gemacht.

Die meiste Arbeit ist das Putzen der Pilze. Keinesfalls waschen, nur mit dem Messer und einem Tuch putzen. Als erstes dann klein geschnittene Zwiebeln in Öl glasig dünsten und die in dünne Scheiben geschnittenen Pilze dazugeben. Auf mittlerer Stufe die meiste austretende Flüssigkeit verdampfen lassen und mit etwas Mehl einstauben. Nach kurzer Zeit mit Sahne aufgießen und mit Salz, Pfeffer und Essig abschmecken. Mit den Gewürzen vorsichtig umgehen, sonst schmeckt man von den Pilzen nicht mehr viel. Ein Schuss Essig gibt einen tollen Kontrast zur Sahne und eine sehr elegante Würze für das Pilzgericht!

Rahmschwammerl

Zu Rahmschwammerl passen einfach Knödel am Besten. Diesmal gibts keine Semmelknödel, sondern welche aus Brezen und Schwarzbrot. Das schmeckt würziger als mit normalen Semmeln und passt ausgezeichnet zur Rahmsoße. Man nimmt altbackene Brezen und Schwarzbrot und weicht sie in warmer Milch ein. Nach ca. einer halben Stunde kommen noch Eier dazu und alles wird mit glasigen Zwiebeln, Salz, Pfeffer und Muskat vermengt.  Die Knödelmasse sollte sich schön formen lassen, wenn es noch zu klebrig ist einfach Semmelbrösel oder Mehl zugeben.

Dann die Knödel formen und in siedendem Wasser garen bis sie aufsteigen. Knödel mit Rahmsoße anrichten und mit Petersilie bestreuen, das gibt noch den letzten Schliff!

Knödel können natürlich auch süß sein, wie die leckeren Zwetschgenknödel. Die sind zwar etwas aufwändig zu machen, aber es lohnt sich!

Zwetschgenknoedel1

Zwetschgenknoedel2

Der Teig besteht hauptsächlich aus Kartoffeln. Die werden zuerst gekocht und dann heiß durch eine Kartoffelpresse gedrückt. Wenn die Kartoffeln nur noch lauwarm sind wird der Teig mit Ei, Mehl, Butter, Salz und etwas Zucker zubereitet.

Wenn der Teig trocken genug ist damit man ihn formen kann wird er dünn ausgerollt und in kleine Quadrate geschnitten, sodass je eine Zwetschge reinpasst. Aus dem Obst den Kern entfernen und etwas Zimt und Zucker hineingeben. Viele Rezepte sprechen von einem ganzen Zuckerwürfel, das finde ich ist zu viel. Ein Teelöffel reicht für 4-5 Knödel, aber das kann man ja ausprobieren wie es am besten schmeckt. Die Zwetschgen werden dann im Teil eingeschlagen und in siedendem Wasser gegart.

Nebenbei sollte man den Fruchtspiegel zubereiten. Als erstes wird Zucker in einem Topf karamellisiert. Dann klein geschnittenes Obst dazugeben, z.B. Erdbeeren, natürlich Zwetschgen oder auch Blaubeeren. Ein paar Minuten erhitzen und mit einem fruchtigen Rotwein ablöschen. Man kann auch Traubensaft nehmen wenn man es alkoholfrei haben möchte.

Die Zwetschgenknödel dann noch mit Zimt-Zucker bestreuen und fertig ist die leckere Nachspeise!

Zu Rahmschwammerl passt ein feiner Chardonnay wie der Franzose der Domaine Tariquet.

Chardonnay

Der Chardonnay duftet intensiv nach Traube, Limette und Quitte. Im Gaumen erkennt man deutliche Säure der Limette sowie eine feine fruchtige Süße. Es ist ein schön ausbalancierter Weißwein, der gut zu den Rahmschwammerl mit Essig passt. Der Essig gibt die Säure, die Sahne etwas Süße. Beides wird im Wein schön wiedergespiegelt.

 

Zutaten: Pilze, Zwiebeln, Rahm, Mehl, Petersilie, Essig, altbackene Brezen und Schwarzbrot, Milch, Eier, Semmelbrösel, Muskat, Kartoffeln, Mehl, Butter, Zwetschgen, Zimt, Beeren, roter Fruchtsaft oder Wein

Nudelsalat mit Rinderfiletscheiben und bunten Linsen

Gestern gabs Pasta, da sind mir einige Nudeln übrig geblieben. Aus denen möchte ich Nudelsalat mit viel frischem Gemüse machen, und als kleines Highlight gibts dünn geschnittene Scheiben vom Rinderfilet oben drauf.

Nudelsalat mit Linsen und Rinderfilet

Neben den bereits gut bissfest gekochten Nudeln braucht man vor allem viel Gemüse. Karotten und grüne Paprika schneiden wir erstmal klein. Dann Champignons in Scheiben schneiden und anbraten. Zum Abkühlen beiseite stellen. Eine dicke Fleischtomate wird in heißem Wasser kurz blanchiert,  gehäutet und in kleine Würfel geschnitten.

Nebenbei kann man gleich die Linsen garen. Ich habe rote und gelbe genommen, die passen farblich schön dazu und dauern nicht so lange. Jeweils ca. eine Viertelstunde garen und sie sind weich aber noch bissfest. Die Linsen geben dem Nudelsalat etwas kräftiges mit und passen ausgezeichnet zu den Tomaten und dem Balsamicodressing, aber alles der Reihe nach…

Nun schneidet man das Rinderfilet in dünne Scheiben und brät es in der Pfanne in ein wenig Öl. Kurz vor Ende mit Pfeffer würzen und mit Balsamicoessig ablöschen. Das Rinderfilet dann aus der Pfanne nehmen und den Bratsatz mit etwas Wasser lösen und einkochen, das gibt die Basis für unser Dressing.

Die Brühe schmeckt nun intensiv nach Rind und Balsamico. Daraus mixen wir ein würziges Dressing mit Olivenöl, Balsamico, Salz, Pfeffer, Liebstöckel und Paprika. Das gießt man über den Salat und richtet schön mit dem Rinderfilet an. Einige Blätter Basilikum passen hervorragend dazu, das herb-frische gibt dem Nudelsalat den letzten Schliff.

Die Kombination aus Rindfleisch, Linsen, den etwas bitteren grünen Paprika und Balsamico harmoniert einfach wunderbar. Das einzige das noch fehlt ist ein kräftiger aber nicht zu schwerer Rotwein. Passenderweise habe ich heute eine Flasche Cuvée aus Merlot und St. Laurent geschenkt bekommen. Der „Jean“ vom Weingut Zeter aus der Pfalz ist Jahrgang 2012 und reift ein Jahr im Holzfass. Der Rote duftet anfangs intensiv nach Holz, bringt eine sehr kräftige Note mit. Ich habe ihn über längeren Zeitraum getrunken, nach und nach verfliegt die starke Holznote und dominante, runde Frucht kommt zum Vorschein. In der Nase fast wie eine Mischung aus Grapefruit und Waldbeere ist der Abgang kräftig und trotzdem sehr fruchtig. Immer wieder interessant wie sehr sich ein Wein im Laufe von wenigen Stunden verändert. Jedenfalls ein sehr passender Tropfen zum kräftig-frischen Gericht!